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Metallkunde

Schmuckmaterialien sind mit Ausnahme der tierischen und pflanzlichen Produkte wie Perlen, Korallen, Elfenbein, Bern-stein und den unechten Schmuckmaterialien wie Kunststofl und Glas in der Erdkruste enthaltene Mineralien, Metalle und Edelsteine.

METALLE

Sie werden unterteilt in
Edle Metalle
Gold, Silber, Platin (dazu gehören auch Palladium und Rhodium)
Unedle Metalle
Kupfer, Nickel, Zinn, Zink, Blei, Eisen, Aluminium

GOLD

Gold ist eines der wichtigsten Elemente unserer Erde. Die wichtigsten Goldländer sind Südafrika, Kanada, Nordameri-ka, Australien, UdSSR. Gold zeichnet sich aus durch Glanz und Geschmeidigkeit. 1 g Feingold läßtsich zu einem 2 km langen Draht ausziehen, Blattgold zu einer Stärke von nur 0,0001 mm aushämmern. Gold ist in reiner Form (FEINGOLD) zu weich und wird darum für die Schmuckherstellung immer mit anderen Metallen ver-bunden (legiert). Die Legierung ist härter, preisgünstiger und besser zu verarbeiten.

Farbgebung durch Legleren
ROTGOLD
Gold + Kupfer
GELBGOLD
Gold + Silber + Kupfer
WEISSGOLD
Gold + Nicht erkannt + Zink + Palladium
GRÜNGOLD
Gold + Kupfer + Silber + Kadmium

Fertige Goldwaren werden mit dem FEINGEHALT gestem-pelt(punziert).
Diese Verhältniszahl gibt an, wieviel Feingold-anteile sich in einer Legierung befinden. Dabei geht man von 1000 Teilen aus:

333/000 333 Teile Feingold, 667 Teile andere Metalle
585/000 585 Teile Feingold, 415 Teile andere Metalle
750/000 750 Teile Feingold, 250 Teile andere Metalle
900/000 900 Teile Feingold, 100 Teile andere Metalle

Früher wurde Gold nur in Karat gemessen, wobei ein Kilo Feingold in 24 Karate unterteilt wurde. Dementsprechend gilt noch heute:


333/000 8 Karat 750/000 18 Karat
585/000 14 Karat 900/000 22 Karat

Karat hat unterschiedliche Bedeutungen: Goldkarat gibt die Menge des Feingoldes in einer Legierung an, während das Edelsteinkarat ein Gewicht bezeichnet (s. Edelsteine)

SILBER Silber ist ein dehnbares, sehr widerstandsfähiges Edelme-tall. Die größten Silbererzeugungsländer sind Mexiko, USA, Kanada, Peru, Australien, UdSSR.

Silber wird bei der Schmuckherstellung mit anderen Metallen legiert, weil es sonst zu weich wäre. Wie Gold wird Silber in Gramm gemessen und je nach Feinsilbergehalt gestempelt. 800/000 800 Teile Feinsilber, 200 Teile Kupfer 835/000 835 Teile Feinsilber, 165 Teile Kupfer 900/000 900 Teile Feinsilber, 100 Teile Kupfer 925/000 925 Teile Feinsilber, 75 Teile Kupfer Ab 925/000 Bezeichnung Sterlingsilber.

Meist wird Silber mit Kupfer legiert, da Kupfer eines der gün-stigsten Metalle ist. Weil Kupfer leicht chemische Verbindun-gen eingeht, läuft Silberschmuck an. Ein wirksamer Schutz gegen das Anlaufen besteht in einem Überzug aus Rhodium (Gruppe der Platinmetalle). Rhodium verleiht dem Silber Weißgoldcharakter.

PLATIN Platin ist das zäheste und seltenste Edelmetall. Hauptfund-gebiete sind Kanada, Südafrika, Alaska, Kolumbien, UdSSR. In der Schmuckverarbeitung sind von 1000 Teilen 950 Teile reines Platin (Stempelung ,,Pt 950").

UNEDLE METALLE

KUPFER Kupfer ist eines der ältesten Gebrauchsmetalle der Mensch-heit. Kupferleglerungen Bronze = 80% Kupfer, 20% Zinn Tombak - 90% Kupfer, 10% Zink Messing - 70% Kupfer, 30% Zink Neusilber - 65-75% Kupfer, 20-30% Zink, 5% Nickel (auch Alpacca genannt)

ALUMINIUM Grundmaterial für Eloxalschmuck. Aluminium ist ein sehr leichtes Metall und wird daher gerne zu großtlächigem Schmuck verarbeitet. Es läßt sich sehr gut färben.

VEREDELUNG UNEDLER METALLE Um eine äußerliche Ähnlichkeit zu edlen Metallen herzustel-len, werden unedle Metalle durch Versilbern, Vergolden oder durch Aufschweißen einer Goldschicht veredelt.

GOLDDDUBLIE Auf das Grundmaterial Tombak wird eine Goldauflage aufge-schweißt oder galvanotechnisch aufgebracht: mindestens 10 Millieme. Um die Güte der Goldschicht zu bewerten, benutzt man zwei Begriffe; Micron und Millieme.

Micron drückt die Stärke der Goldschicht in mm aus 1 Micron=1/lOOOmm SMicron=1/ 2OOmm usw.

MiIIi~me drückt das Verhältnis der Goldauflage zum gesamten Schmuckstück in 1.000 Teilen aus. 10 Millieme = 10 Teile von insgesamt 1000 Teilen im Schmuckstück (10 g Feingold auf 1 Kilo Ware).

GALVANISCHES VERFAHREN Die Ware wird in einem sogenannten galvanischen Verfahren (GALVANIK) durch Edelmetallauflage veredelt. Mit dem galvanischen Verfahren kannman versilbern, vergolden, verchromen, vernickeln, rhodinieren.

HARTVERGOLDUNG Als Hartvergoldung wird ein Verfahren bezeichnet, bei dem das verwendete Gold einen hohen Nickelzusatz hat. Dadurch wird die Abnutzung der Goldauflage verlangsamt.